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OXYMEL MAL ANDERS...


Das Wort Oxymel stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet übersetzt „Sauerhonig“. Wie der Name also schon sagt, sind das sehr ursprüngliche Pflanzenauszüge in Essig und Honig, die bereits seit über 2000 Jahren zubereitet werden. So blieben die sauren Sirupe haltbar und hatten allein durch die beiden Grundzutaten einen enormen Mehrwert. Sogar die Römer sollen sie als Tonikum vor ihren Schlachten getrunken haben. Wäre interessant zu wissen welche Kräuter die drinnen hatten! Bestimmt nicht nur Gänseblümchen! ;-)


Wie Tinkturen aus Alkohol werden sie vor allem zur Gesundheitsförderung bzw. gezielt zur Unterstützung bei diversen Beschwerden eingesetzt – je nachdem mit welchen Kräutern man sie angesetzt hat. Vor allem zur Immunstärkung und als Prävention werden Oxymels die letzten Jahre wieder gerne angewendet. Dafür eignen sich vor allem Pflanzen wie Ingwer, Engelwurz, Holunder, Hagebutten, Kurkuma, Fichtenwipferl, Sanddorn, … Die fertigen Essigtinkturen lassen sich dann wunderbar in etwas warmem Wasser täglich teelöffelweise, am besten auf nüchternen Magen einnehmen.


Ich persönlich trinke sie jedoch vor allem jetzt im Sommer am liebsten mit etwas Sprudelwasser. Vor allem für Kinder ist das so eine super Alternative zu den zuckrigen Limonaden mit enormem Mehrwert! Im Prinzip sind Oxymels ja auch nichts anderes als Shrubs (Essigsirupe) – nur eben mit Honig anstatt Zucker. Der darin enthaltene Honig ist wertvoller als jeder raffinierte Zucker in den diversen Sirupen. Auch der Apfelessig hat zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften und wirkt sich dank seiner Enzyme vor allem positiv auf unsere Darmflora aus.


Auch nach TCM wirkt der Essig, der wegen seines sauren Geschmacks dem Holzelement zugeschrieben wird, thermisch wärmer auf unseren Organismus, als der im Sommer allseits beliebte Zitronensaft. Gerade für Menschen, denen schnell kalt ist, wäre deshalb im Sommer so ein Oxymeldrink besser geeignet, als das klassische Soda Zitron, das oft an heißen Tagen so verführisch ist, jedoch für unsere Mitte – also unsere Verdauung - alles andere als optimal ist. Wichtig dabei ist, dass man dafür unpasteurisierten Apfelessig – den bekommt man in Reformhäusern oder Bioläden - zu verwenden, da in diesem die probiotischen Enzyme, die für einen gesunden Darm so wichtig sind, noch enthalten sind.


Und weil wir gerade beim Soda sind… zugesetzte Kohlensäure ist ja etwas, das man laut TCM am besten gar nicht in seinen Körper hineinbefördern sollte. Das ist jedoch so ein Punkt wo sich die Köchin und die TCM-Ernährungsberaterin in mir etwas in die Quere kommen. Denn als Köchin finde ich, dass vor allem zu dieser Essignote etwas Kohlensäure perfekt harmoniert und im Sommer herrlich erfrischend ist! Auch Eiswürfel fände die Köchin super dazu – doch die sind laut TCM ein absolutes „Worst Case Szenario“ für unsere Verdauungsenergie, da sie unser Verdauungsfeuer schnell zum Erliegen bringen.


Deshalb würde ich empfehlen, dieses schöne Erfrischungsgetränk vorzugsweise ohne Eiswürfel zu trinken. Jedoch wird es der Gesundheit keinen massiven Abbruch tun, wenn man den Drink zu besonderen Gelegenheiten mit Soda und Eiswürfel serviert. Die Dosis macht eben das Gift! ;-)



Jetzt aber zum Rezept…

Ich habe mein Oxymel im Frühjahr aus Löwenzahnblüten hergestellt. Die unterstützen unseren Körper vor allem bei Husten und bronchialen Infekten super – ähnlich wie der Löwenzahnhonig auch. Man kann aber jede Art von essbaren aromatischen Blüten verwenden. Je nachdem welchen Honig man verwendet, beeinflusst das natürlich auch den Geschmack des Oxymels. Wenn man den Eigengeschmack der verwendeten Pflanzen erhalten will, dann würde ich eine neutrale Honigsorte, wie zum Beispiel Akazienhonig empfehlen. Natürlich am besten von der Imkerin des Vertrauens aus verantwortungsvoller Bienenhaltung. ;-)



OXYMEL

500 g Honig

500 g Apfelessig naturtrüb (Unpasteurisiert!)

Kräuter, Gewürze nach Belieben


  • Alle Zutaten in ein großes Schraubglas geben und gut miteinander verrühren.

  • Es sollten so viele Kräuter/Pflanzen drinnen sein, dass sie mit der Flüssigkeit gut bedeckt sind.

  • Das Ganze mindestens 3 Wochen zugedeckt ziehen lassen. Wer etwas Sonnenenergie hineinbringen will, kann das Glas gerne in die Sonne aufs Fensterbrett stellen. Es funktioniert aber im Dunkeln genauso! ;-)

  • Danach durch ein Sieb abfiltern, in Flaschen abfüllen und beschriften.

  • Nach Belieben 1 – 2 TL mit ca. 250 ml Sprudelwasser aufspritzen. Mit Zitronenscheiben und aromatischen Kräutern oder den gerade verfügbaren essbaren Blüten servieren. Und da der Löwenzahn bei uns schon lange nicht mehr blüht, habe ich frische Minze verwendet. Aber auch mit etwas Lavendel schmeckt das Ganze super, wie wir festgestellt haben.





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